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Seminare

schwarzer Labrador sitzt am Tisch mit gelber Espressotasse
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Seminar
Reihe

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Start 10.07. 2026 Deep Dive - Seminar Reihe
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Jan geht mit vielen Hunden an der Leine
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Warum Seminare in der Führhundschule?

Nicht nur für Führhundhalter

Als Führhundschule ist es unsere primäre Aufgabe die Hunde auszubilden. Natürlich müssen wir unsere Kunden auch darin schulen mit den Hunden zu leben, sie zu pflegen, ihnen Gefährten zu sein und die Fähigkeiten, welche die Hunde im Rahmen der Ausbildung gelernt haben zu erhalten, aber die Ausbildung der Hunde ist ein zentraler Baustein unserer Arbeit.

Beziehung (Bindung)

Dies stellt uns vor vielfältige Herausforderungen. Dabei geht es lange nicht nur um die spezifische Führhundausbildung. Zunächst müssen wir jedes Jahr mehrere erwachsene Hunde in unsere Hundegruppe integrieren. Hier müssen wir zum einen mit den verschiedenen Charaktären der Hunde umgehen, ihnen aber auch bei der Veränderung durch den Umzug zu uns und dann später beim Umzug zu ihrem Führhundhalter helfen.

Wir müssen uns also intensiv mit Beziehungs- und Bindungsaufbau beschäftigen. Nur, wenn wir in der Lage sind dieses bewusst und mit den verschiedensten Hunde- und Menschentypen zu bewerkstelligen, können wir aus unseren Kunden und den Hunden erfolgreiche Gespanne machen.

Erziehung

Während der Zeit bei uns ist auch das Verhalten im ”Alltag” ein wichtiger Teil des Trainings. Der Führhund braucht eine sehr gute Leinenführigkeit in jeder Situation und unter allen Ablenkungen. Beim Spaziergang muss der Hund sich an seinem Menschen orientieren, so dass es auch für einen vollblinden Führhundhalter möglich ist, dem Hund Freilauf zu ermöglichen. Im Haus sind ”gute Manieren” unerlässlich, da der Führhund seinen Menschen ja überall hin begleitet und daher nicht ”unangenehm auffallen” darf.

Dabei ist es wiederum so, dass der Hund von seinem Halter nicht ständig überwacht werden kann. Der Hund muss sich also ”zu benehmen wissen” und von sich aus die ”richtigen Entscheidungen” treffen. Jeder Hundehalter kann sich ja einmal überlegen, wie weit er seinem Hund vertraut. In welchen Situationen würde man mit dem Hund mit einer Augenbinde gehen und wo würde man sich das nicht trauen? Wir stehen vor der Aufgabe die Hunde soweit ”alltagstauglich” zu machen, dass nicht nur wir uns das selbst mit dem Hund trauen, sondern dass auch ein Ersthundebesitzer, nach einer kurzen Einweisungszeit, von üblicherweise zwei bis drei Wochen, sich das mit dem Hund zutraut.

Wir beschäftigen uns also eingehend mit dem Verhalten von Hunden in Alltagssituationen. Unsere Hunde müssen ja im wahrsten Sinne ”Begleithunde” sein. Sie begleiten ihre Menschen überall hin und können dabei von diesen nicht ständig überwacht werden, sondern müssen die hierzu notwendigen Fähigkeiten wirklich verinnerlicht haben.

Ausbildung (Training)

Die Königsdisziplin ist natürlich das spezielle Führtraining. Hier müssen die Hunde lernen sich in gewissen Grenzen sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Aus Sicht des Hundetrainings ist die große Herausforderung hier, dass die Führhundhalter nicht in der Lage sein werden alles zu belohnen, was ihre Hunde für sie tuen. Schlicht und einfach, weil sie vieles gar nicht wahrnehmen können. So kann der Führhund zum Beispiel nicht dafür belohnt werden, dass er ohne eine Reaktion an einem andern Hund vorbei geht, wenn dieser sich auch nicht bemerkbar macht. Der Führhundhalter wird diese Hundebegegnung dann gar nicht wahrnehmen. Auch wenn der Hund den Führhundhalter um Hindernisse führt, seien dies Boden-, Seiten- oder Höhenhindernisse, die ja in einer Höhe sein können, die für den Hund alleine kein Problem darstellen, wird der Führhundhalter dies in vielen Fällen nicht bemerken. Die Hunde müssen die verschiedenen Nahziele, wie Sitzgelegenheiten, Ampeln, Bürgersteige, Schalter, (Geld-)Automaten und Zebrastreifen sicher generalisiert haben. Und als Krönung ist die Kernkompetenz des Führhundes, dass er Entscheidungen treffen muss. Wir müssen also im Training stets darauf achten, dass wir dem Hund keine versteckten Hilfen geben, die der Führhundhalter später ja nicht mehr geben kann. Sondern, dass der Hund tätsächlich ”versteht” was die verschiedenen Nahziele sind und welche Entscheidung in verschiedenen Verkehrssituationen die richtige ist. So muss er zum Beispiel um ein Hindernis auf dem Weg herumführen, wenn der Platz dazu für ihn und den Menschen ausreicht. Wenn es zu eng ist, muss er verzögern und es so dem Menschen ermöglichen das Hindernis zu ertasten und zu passieren, gleiches gilt wenn die Engstelle durch einen Passanten nur zeitweise blockiert wird. Bei einer Vollsperrung des Weges oder, falls sich das Gespann in einer Sackgasse befindet, muss der Hund einen Weg aus dieser Situation heraus oder um das Hindernis herum finden.

Schliesslich gibt es noch Situationen in denen der Hund Befehle sogar ignorieren muss, falls dies ihn oder seinen Führer in Gefahr bringen würde. So darf er auch auf expliziten Befehl nicht zu nah an eine Bahnsteigkante oder einen anderen Abgrund führen. Um das leisten zu können müssen wir uns mit den verschiedenen Trainingsmethoden intensiv auseinandersetzen und diejenige wählen, die für die individuelle Situation, den Hund angemessen ist. Wir kennen also alle ”Risiken und Nebenwirkungen” der Trainingsmethoden und können diese flexibel einsetzen.